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Zukunft Wohnen – in der Gemeinschaft 2012

Zukunft Wohnen - in der Gemeinschaft

In Berlin sind die Preisträger des Architekturpreises Zukunft Wohnen 2012 bekannt gegeben worden. Archimag hat berichtet.

Heute geht es um das Wohnen in der Gemeinschaft.

 

Zukunft Wohnen - in der Gemeinschaft

Zukunft Wohnen – in der Gemeinschaft

Baugruppe Südstadtschule
Architekten: MOSAIK-Architekten, BDA
Bauherr: Planungsgemeinschaft Südstadtschule GbR
Fotograf: Olaf Mahlstedt, Hannover

Für eine Baugruppe mit 16 Wohneinheiten wurde eine denkmalgeschützte Schule aus den 1960er Jahren umgebaut. In den drei sehr unterschiedlichen Flügeln der Anlage (ehemalig Bücherei, Klassentrakt und Turnhalle) wurde eine individuelle Mischung von Geschosswohnungen, Maisonettewohnungen und reihenhausartigen Wohnungen geschaffen, die den jeweiligen nutzern einen persönlichen und charaktervollen Rahmen für ihre jeweiligen Wohnvorstellungen bieten. In beispielhafter Weise wurde behutsam mit dem Gebäudebestand umgegangen. Änderungen und Ergänzungen sind zurückhaltend und in der Gestaltung stimmig erfolgt. Es resultiert ein eigenwilliger Charakter der Gesamtanlage, der den Geist der vormaligen nutzung spürbar belässt und dennoch hohen individuellen Wohnwert bietet. Die Grundrisse sind vielfältig gestaltet und schöpfen ihren Reiz aus Zwängen des Bestandes. Die Lösungen dafür überzeugen. Dezent markante und großzügige Balkonen symbolisieren als charakteristisches Merkmal zum einen die neue Nutzung „Wohnen“ ohne die überkommene nutzung „Schule“ zu negieren.

Der Hof, der die verschiedenen Wohnungen verbindet, ist der gemeinsamen nutzung vorbehalten und wird wesentlich zur langfristigen Stärkung der sozialen Nachbarschaft beitragen.

Der Planungs- und Bauprozess wurde durch einen Großteil der Bewohner gemeinsam durchgeführt. Erneut hat sich damit eine Wohngruppe als ein Modell der Ausdifferenzierung der Bauherrenschaft bewährt. Im Kontext der besonderen Herausforderung des Bauens im denkmalgeschützten Bestand verdient das besondere Würdigung. Es ist wünschenswert, dass dies Übertragung auf andere, oftmals schwierig zu entwickelnde Bauten des Bestandes findet.

Das Projekt integriert eine Kinder- und Jugendbücherei sowie drei Büroeinheiten. Damit bleibt es über die Wohnnutzung hinaus eine funktionale Bereicherung für das umgebende Quartier. Ein prägender Baustein der Südstadt in Hannover ist in seinem Charakter erhalten und für eine langfristig tragbare Nutzung ertüchtigt worden.

 

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