Magazin

Kleine Klappe & viel dahinter — der Dell 5750

Dell Precision 5750

Ich habe zurzeit über den #DellInsideCircle erneut die Chance einen Laptop aus dem Hause Dell Technologies zu testen. Dieses Mal konnte ich mir die mobile Workstation Dell Precision 5750 ansehen und bin nahezu vollständig beeindruckt von dem Laptop. Endlich ein Bildschirm der Kreative nicht mit 16:9 quält. Aber lest selber, was ich in den letzten Tagen erlebt habe.

Zunächst möchte ich klar sagen, dass ich die Dell Precision 5750 kostenlos für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen habe. Die Workstation wird mich auch in ein paar Tagen wieder verlassen, da es sich bei dem Laptop um ein Vorserienmodell handelt. Wie schon bei meinen Tests vom M3800 im Jahr 2015 und dem 5530 letztes Jahr bietet das DellInsideCircle-Programm die Vorteile, dass ich, hier bei archimag.de, für Kreative und Architekten interessante PCs/Laptops testen kann und Dell über eine Richtlinie den Bloggern ausdrücklich vollkommene Eigenständigkeit zusichert. Ich könnte das Gerät also bis zur letzten Lötstelle kritisieren — doch so viel Negatives gibt es gar nicht.

Dell Precision 5750 - 17" und handlich für unterwegs
Dell Precision 5750 – 17″ und handlich für unterwegs

Kleiner als gedacht

Packt man den Laptop das erste Mal aus, so fällt auf, dass die Oberfläche in einer dunkelgrauen, matten Metalloberfläche mit silbernem Dell-Logo daher kommt. Das ist neu im Gegensatz zu den beiden anderen Workstations. Außerdem ist der 5750 für ein 17“ Gerät erstaunlich klein.

Kleine Nummernkunde Dell

Die mobilen Workstations von Dell tragen jeweils eine vierstellige Nummer, die erklärt um welche Art von Gerät es sich handelt.

X – Y – Z – P

Das X oder die erste Stelle steht für die Kategorie des Laptops. Hier steht die 3 für die „Essential“-Reihe, 5 für „thin’n’light“ und die 7 für „Performance“.

Die zweite Stelle (Y) steht für die Displaygröße. Eine 7 steht in diesem Fall für 17“ und 15“ wäre dann eine 5 und so weiter. Die dritte Stelle (Z) steht für die Generation des Gerätes. Die letzte Zahl wird (zurzeit) nicht genutzt und ist daher nur ein Platzhalter (P).

Der 5750 ist also ein Laptop aus der „light’n’thin“-Reihe mit einem 17“ Monitor. Es handelt sich im die fünfte Generation. Der 5530, den ich letzten Jahr testen konnte, ist also aus der gleichen Reihe hat jedoch einen 15“ Monitor und ist zwei Generationen älter.

Wie klein der 5750 für ein 17“ Laptop ist, zeigt sich, wenn man diesen auf den 5530 aus 2019 legt. Die Breite ist weniger als 3 cm und die Tiefe weniger als 2 cm größer. Die Höhe beider Laptops ist mehr oder weniger gleich.

Dell Precision 5750 unter der 2-in-1 Reihe 5530
Dell Precision 5750 unter der 2-in-1 Reihe 5530 (der 5730 ist wirklich nur so viel größer wie der kleine graue Rand)

Der Bildschirm fällt ins Auge

Klappt man den Laptop dann auf, so fällt als Erstes auf, dass das 4K-Display an alle vier Seiten nahezu randlos ist. Dell nennt das ein 4-seitiges InfinityEdge Display. Das übliche Dell-Logo unter dem Bildschirm ist weg und somit wurde hier auch ein 16:10 anstelle von einem 16:9-Display verbaut. Dell bezeichnet das als ein 17“ Display im 15“ Format, und gerade dieses ist so hilfreich im Alltag. Ich selber bin jemand, der die Taskleiste von Windows immer als Erstes auf die linke Seite legt. Jedes Programm, sei es Word, der Browser oder eine CAD-Anwendung, legt Ihre Menü- und Info-Leisten an den oberen und unteren Rand. So schön 16:9 für Videos ist, so blöd ist es zwar, viel Breite zur Verfügung zu haben, aber in der Höhe beschränkt zu sein. Mit dem 16:10-Display hat man in der Höhe entscheiden mehr Platz und das Arbeiten fühlt sich natürlicher an.

Abgesehen davon ist der Screen erstaunlich hell (>400nits) und zeigt brillante Farben (100% vom sRGB-Farbraum). Leider (etwas, was schon seit Laptop-Generationen ein Problem ist) spiegelt der Bildschirm, da er nicht matt ist. Etwas was mich immer stört, aber wohl nicht änderbar ist. Allerdings muss man sagen, dass der Bildschirm wirklich unempfindlich gegen Fingerabdrücke ist. Das ist wichtig, da es sich beim Bildschirm wieder um einen Touchscreen handelt, sodass die Bedienung mit Stift und Finger (zusätzlich) möglich ist. Anders als der 5530 handelt es sich aber nicht um ein 2-in-1-Gerät, welches zum Tablet wird.

Dell Precision 5750 - Farbraum
Dell Precision 5750 – Farbraum

Sicherheit und Komfort

Neben der schon bei Dell in dieser Klasse üblichen IR-Kamera gibt es hier auch einen Fingerabdrucksensor. Dieser wurde in den Ein/Aus-Schalter eingebaut, so wie man das häufig kennt. Soweit ich weiß, ist dieser Dell der Erste, bei dem der Schalter nicht neben der Tastatur ist, sondern in diese oben rechts eingebaut ist. Das ist sehr praktisch, und somit hat man bei Microsoft HELLO mit PIN, Gesichtserkennung und Fingerabdruck alle Möglichkeiten, sich sicher einzuloggen.

Dell Precision 5750 - Einschalter mit Fingerprint-Sensor
Dell Precision 5750 – Einschalter mit Fingerprint-Sensor

Die Tastatur ist angenehm beleuchtet, aber es leuchten nicht nur die Buchstaben, sondern auch (leicht) die Zwischenräume der Tasten.

Der Weg zum USB-C-Anschluss ist unbestreitbar ein richtiger Weg. Auch diese Workstation verzichtet auf andere USB-Anschlüsse, und es werden für die alten Geräte lieber ein USB-A auf USB-C und ein Netzwerk auf USB-C Adapter beigelegt. Auch das Netzteil versorgt den Laptop über USB-C mit Strom. Somit ist zwar ein Anschluss besetzt, aber mit 4 Stück und der freien Wahl an welchem Anschluss geladen wird, ist das durchaus kein Nachteil.

Der verbaute SD-Karten-Slot ist gerade in der kreativen Branche nett, aber wäre auch durchaus verschmerzbar gewesen. Ebenso ist es schön, ein Klinkenanschluss für Kopfhörer zu haben, aber diese werden heute doch eher über Bluetooth oder USB-C angeschlossen. Ich musste erst mal im Haushalt suchen, bis ich noch einen Kopfhörer mit Klinke zum Testen gefunden habe. Die verbauten Lautsprecher sind sehr gut und nicht nur für Konferenzen, sondern auch für die Musikuntermalung bestens geeignet.

Um den Bogen zurück zur Kamera zu finden, hier noch ein wichtiger Punkt. Die Kamera ist am oberen Rand des Bildschirms eingebaut und somit viel besser für Videokonferenzen geeignet als die Kamera am unteren Rand des Bildschirms. Somit ist der Laptop auch eine perfekte Videokonferenz-Maschine mit guter Kamera und eingebauten Noise-Canceling-Mikrophonen.

Für alle, die diesen Test viel später als heute 2020 im Mai entdecken. Wir befinden uns gerade mitten in der Corona-Pandemie, und gut bei Videokonferenzen auszusehen, ist über Nacht viel wichtiger geworden.

Technische Daten

Ich finde die reinen technischen Daten helfen nicht allen Käufern weiter. Außerdem kann die Workstation Dell Precision 5750 in verschieden Ausstattungen gekauft werden. Man hat die Wahl zwischen Intel i7, i5 und i9 Prozessoren. Verbaut werden zwischen 8 und 64GM RAM. Auf die Sicherheit wird u.a. mit Intel vPro und Control Volt 3.0 (beim Fingerprint) Wert gelegt. Das WLAN bietet 802.11ax und es ist Bluetooth 5.1 verbaut. Die Grafikkarten sind je nach gewählter Ausstattung von Intel oder NVIDIA. Alle Daten können natürlich bei Dell eingesehen werden.

Im Alltag erstaunlich gut

Ich habe schon geschrieben, dass der 16:10-Bildschirm einen riesigen Unterschied macht. Man hat für die Programme entscheidend mehr Platz. Auch das Inifinty Edge Display wirkt sehr edel. Nimmt man die Helligkeit und die Brillanz dazu, sitzt man vor einem sehr guten Bildschirm.

Ich habe auch auf dieser Workstation wieder mein CAD-Programm VI Plan von VI BIM Solutions installiert. Schon bei der Installation fällt die Schnelligkeit des Laptops auf. Die gesamte Installation der CAD-Software war in knapp 7 Minuten erledigt. Einen Wert, den ich bisher auf keinem meiner Systeme erreicht habe. Und dabei lag die Installationsdatei nicht mal auf dem Laptop, sondern auf einem externen USB-C Drive.

Die Arbeit mit CAD läuft rund und ohne Probleme. Die Geschwindigkeitsvorteile zeigen sich gerade bei Rendering von 3D-Ansichten.

All das sind keine gemessenen Werte, sondern gefühlte Vorteile, die einem das tägliche Arbeiten leider machen.

Dell Precision 5750 - mit CAD Software
Dell Precision 5750 – mit CAD Software

ein erstes Fazit

Der Dell Precision 5750 ist zwar erst ein paar Tage bei mir und wird auch schon bald nach dem offiziellen Produktstart zurück an Dell gehen (müssen), aber in diesen kurzen Tagen konnte die Workstation überzeugen. Positiv ist auf jeden Fall:

  • Der große, helle Bildschirm in 16:10
  • USB-C als (fast) alleinige Anschlüsse
  • Eine sehr schöne Hülle mit offensichtlich viel Platz für Akkus.
  • Alle Vorteile eines 17“ Laptops im 15“ Formfaktor

Kritikpunkte sind,:

  • dass das Display leicht spiegelt (wobei das eine Kritik an die Laptopbranche an sich ist)
  • dass mit Lautsprecherbuchse und SD-Kartenleser eine Technik, die ich nicht mehr brauche, verbaut ist

Für den Alltag im Büro und zu Hause ist der Dell Precision 5750 ein wirklich rundes Produkt, das einen auch bei anspruchsvollen, kreativen Arbeiten nicht im Stich lässt.

4.465 mal gelesen.

Autor

Ich bin Architekt und seit 2009 veröffentliche ich archimag.de. Wenn Ihr Wünsche oder Anregungen habt, dann her damit. Ich freue mich über Eurer Feedback.

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. Sandy sagt:

    Vielen Dank für Ihren Bericht über Dell Precision 5750. Nach dem, was Sie geschrieben haben, klingt es nach einem vielseitig einsetzbaren Laptop. Ihr Blog ist eine großartige Ressource, die man haben sollte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mit dem Absenden des Kommentars nimmst Du die Datenschutzerklärung ausdrücklich an. https://archimag.de/datenschutzerklaerung/