Eigentlich ist er ja schon fast im Ruhestand und diesen hat sich Georg Heffner nach seinen Herzinfarkt auch redlich verdient. Dann wird der Architekt aber von seinem Freund Baron von Mühlen dringend gebraucht. Der vor seinem Ruhestand eingereichte Bauantrag für ein Einkaufszentrum wird und wird nicht genehmigt. Nein das Amt zweifelt sogar alle Dinge an, die schon besprochen und verhandelt waren.
Schnell gerät er, sein junger Kollege, der sein Büro übernommen hat und sein Schwiegersohn, der Staatsanwalt ist in ein Strudel von Morddrohungen, Amtsschimmeln, Korruption und den alltäglichen Wahnsinn auf der Baustelle. Heffner muss zum Schluss nicht nur seine ganze Kraft gegen den Willen seiner Familie in die Waagschale werfen, sondern auch um sein Leben und seine Existenz kämpfen.
„Ein fesselnder Wirtschaftskrimi um Intrigen, Korruption, Gier und Macht, der den Leser in den Bann zieht und im die menschlichen Abgründe eindringlich spüren lässt.“, sagt der Verlag.
Einen Roman über den eigenen Beruf zu lesen, das hört sich total langweilig an. Man denkt sofort, dass es doch nichts spannendes an dem eigenen Alltag gibt. Man vermutet sofort Übertreibung und viele Wissenslücken und Falschaussagen.
Jetzt ist der Autor Manfred Recker aber freiberuflicher Architekt und studierte auch Rechtswissenschaften und einige Semester Psychologie und Soziologie und so ist der Roman dann auch angelegt. Gut recherchiert mit fundierten Fakten zeigt er die wahren kleinen und oft dann doch spannenden Details des Berufes. Sicher Korruption, menschlich Abgründe und Gier gibt es im Arbeitsalltag auch, aber hier findet (natürlich, ist ja ein Roman) eine heftige Anhäufung dieser Dinge statt. Es geht richtig rund.
Das Buch ist aus meiner Sicht gut geschrieben und man möchte nach ein paar Seiten wirklich wissen, wie es weitergeht. Kein Werk für einen Literaturpreis und auch die Bestsellerlisten wird es wahrscheinlich nicht stürmen, aber es bietet auch die gleiche Unterhaltung wie ein Grisham.
Ein Wermutstropfen hat das Buch aber. das Layout, der Satz, das Lektorat (hauptsächlich Satzzeichen) und das Titelbild könnten um längen besser sein.
Ich sehe in dem Artikel meine ‚Rezension‘ an den Kollegen Recker vom 17.08.2016 bestätigt.
Auszug:
“ jeder Kollege dürfte sich in der einen oder anderen Phase seines Schaffens gespiegelt sehen, dramaturgisch spannungstreibend verwoben mit krimineller Energie mancher Beteiligter ist ein Vergleich mit mancher hochgehandelter Spannungsliteratur nicht zu scheuen“.
Vielen Dank an den Herausgeber für den fairen und ehrlichen Artikel über meinen Roman.