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Von Finnland, Lüftungen und Sauna

Mitternacht in Finnalnd

Im folgenden möchte ich euch von Finnland, wenigen Häusern, Sauna, Lachs und teuren Alkohol erzählen. Achja und es geht auch um Lüftungsanlagen und Zentralstaubsauger, aber die sind dort sowieso selbstverständlich.

2016-06-18 10.23.07Ich hatte die Gelegenheit mit einer kleinen Gruppe drei Tage in Finnland zu verbringen. Gestartet sind wir von Düsseldorf mit einem Direktflug nach Helsinki. Von dort ging es mit dem Bus weiter nach Loimaa und dann nach Nanntali welches unmittelbar am Mumins Land gelegen ist. Aber der Reihe nach.

Organisiert wurde die Reise von der deutschen Vertretung einer finnischen Firma, die Lüftungsanlagen herstellt. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich zu der Einladung über meine Funktion als Architekt gekommen bin und die Einladungen kein Zusammenhang mit diesem Blog steht. Dennoch möchte ich euch meine Erfahrungen dort nicht vorenthalten, da es eine sehr interessante Reise war.

Die Teilnehmer dieser Reise trafen also aus Düsseldorf und München bei strahlendem Sonnenschein in Helsinki ein wo wir von Maaja von Allaway der Hausstaubsauger-Tochterfirma von Vallox begrüßt worden. Eine der ersten Dinge die einem in Finnland sehr stark auffallen, ist die Sprache, die außer mit den ungarischen mit keiner anderen europäischen Sprache Verwandtschaft aufweist. Das Prinzip der finnische Sprache führt dazu, dass die Wörter sehr lang und mit extrem vielen Konsonanten geschrieben werden. Zum Glück kommt man jedoch mit Englisch und teilweise auch mit Deutsch recht gut über die Runden.

Loimaa 2 Uhr Nachts

Loimaa 2 Uhr Nachts

In Loimaa wurden wir in einem kleinen Hotel untergebracht untergebracht. Nach  dem Abendessen, beim anschließenden Kennenlernen innerhalb der Gruppe mit verschiedenen landestypischen Bieren und Liköre, konnten wir das sommerliche Schauspiel beobachten. (Der hohe Preis der alkoholische Getränke hält den durchschnittlichen Finnen nicht vom Konsum ab.) Jetzt aber zum Schauspiel: Es wird nicht wirklich dunkel. Ein knapper Sonnenuntergang um ein 2:00 Uhr Nachts wird vom Sonnenaufgang gegen 4:00 Uhr morgens begleitet. Schön zum Feiern – für einige schlecht zu schlafen.

Am nächsten Tag waren wir eingeladen das Werksgelände und die Fabrikation von Vallox zu besuchen. In Finnland, hier sind die Winter durchweg sehr kalt, ist der Einbau einer Lüftungsanlage in die Häuser schon seit Jahrzehnten Standard. Im Prinzip wird beim Hausbau nicht auf hohen Standard wert gelegt. So sind Bäder spartanisch ausgestattet, aber jedes Haus und jede Wohnung hat eine Sauna, eine Lüftungsanlage und die meisten auch eine Hausstaubsaugeranlage. Vallox hat somit seid den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts Erfahrung im Bau von Lüftungsanlagen. Die Fabrikation stellte von Vallox ist nicht grundsätzlich anders als eine Fabrikationsstätte in Deutschland, aber ein paar Unterschiede fallen einem direkt auf. Erstmal geht alles einen Schritt langsamer und ruhiger zu. In jeder Halle konnte man sich gut unterhalten ohne dass Hektik oder Lärm um einen war. Und dieses betrifft nicht nur die Endmontage sondern auch  die Metallverarbeitung.

Insgesamt sind die Lüftungsanlagen von Vallox technisch gesehen sehr interessant und wie ich jetzt gesehen habe ist die Verarbeitung extrem solide.

Nach der Besichtigung fuhren wir weiter nach Naantali. Währenddessen hatten wir einen kleinen Vortrag von Maaja über das Bauwesen in Finnland. In der guten konjunkturellen Zeit wurden in Finnland etwa 15.000 Häuser gebaut. Wohlgemerkt pro Jahr. Zur Zeit, da es der Wirtschaft nicht so gut geht, sind es rund 5.000-6.000 Häuser pro Jahr. Im Bauwesen wird ein nächstes großes Thema in Finnland sein, dass die Renovierung der in den siebziger und achtziger Jahren gebauten und nun veralteten Ferienhäusern am See bewerkstelligt werden muss. Allgemein ist das Haus am See mit Sauna der große Traum eines jeden Finnen. Für das dann im allgemeinen dazugehörenden 1000 m² Grundstück gibt man im Einzugsgebiet von Helsinki Rund 100.000-120.000 Euro aus. Verschlägt es einen weiter nach Lappland, kann man das Grundstück auch schon für 1 Euro bekommen (nicht 1 Euro/qm sondern 1 Euro/1000qm!!). Jeder der in Deutschland ein Grundstück sucht, bekommt jetzt gerade Tränen in den Augen.

Wie schön so ein Haus am See ist beziehungsweise in diesem Fall an der See ist, konnten wir am Abend in Herrankukkaro, erfahren. Das ist ein kleines Freizeit & Sauna Dorf welches von dem Eigentümer vor ein paar Jahren für die Allgemeinheit geöffnet worden ist. Dort kann man Saunen, essen und auch übernachten. Das ganze ist sehr rustikal und sehr typisch für Finnland. Unsere Gruppe hatte die Möglichkeit eine typische, traditionelle, finnische Rauchsauna zu besuchen. Diese Sauna wird mit Holz angeheizte. Es ist sehr dunkel, rauchig und circa 85-90° C warm. Die Sauna war so vor Jahrhunderten in den finnischen Siedlungen zu finden. Dieser Ort hatte immer warmes Wasser und wurde somit für die Hygiene, die Erholung, die Gebete und die Aufbahrung genutzt. Abkühlen konnte man sich dann im Meer.

so schön kann Sauna sein

so schön kann Sauna sein

Während wir in der Sauna schwitzten, wurde Lachs für uns über offenem Feuer geräuchert und andere Speisen zubereitet und das Ganze ging in ein herrliches Abend mal mit Livemusik und allerlei landestypischen Gerichten und Getränken über. Es ein perfekter erholsamer und unterhaltsamer Abend.

2016-06-16 18.55.09

Der letzte Tag war im Prinzip vom Transfer nach Helsinki geprägt. Dort hat es neben einem letzten Essen noch die Möglichkeit gegeben ein paar landestypische Dinge einzukaufen.

Bleibt die Frage nach dem Fazit der Reise. Über den Sinn von Lüftungsanlagen hatte ich vorher meine Meinung. Und die werde ich auch behalten. Finnland aber hat mich überrascht. Es ist definitiv eine Reise wert und entgegen der landläufigen Meinung habe ich keine Mücken erlebt, die das Erlebnis “Finnland” schmälern würden.

Und sonst? Ich mag Lachs. Die neue Erkenntnis ist aber das einen irgendwann selbst das  das leckerste Essen zu viel wird. Schaden das alles neue ist und man so viel probieren möchte.

Danke auch für das Kilo mehr.

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