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Dipl.-Ing. (FH) Matthias Seiberlich

Dipl.-Ing. (FH) Matthias Seiberlich

Herr Seiberlich stellen sie sich vor der ersten Frage doch kurz selber vor:
_Matthias Seiberlich [ms]: Nie das Staunen verlieren. Nie die Achtung verlieren. Nie das Ziel aus den Augen verlieren. Nie aufhören zu träumen.

Frage 1: Welches war Ihre erste Anstellung nach dem Studium?
_ms: pfp architekten in Hamburg

Frage 2: Warum sollte ein Bauherr auf jeden Fall mit einem Architekten zusammenarbeiten?
_ms: Weil der gute Architekt die oft diffusen und widersprüchlichen Wünsche des Bauherrn zu einem verständlichen und beständigen, und für den Bauherrn beglückenden, Ausdruck bringt. Er entwirft, definiert und kontrolliert die Bauausführung und unterstützt bei deren Abnahme, er hat Zeit und Kosten im Blick, er kennt die anzuwendenden technischen Regeln (oder weiß, wo er nachlesen muß), die geltenden Gesetze (dito). Durch das Verfahren der Ausschreibung findet der gute Architekt für den Bauherrn die besten, d.h., preiswertesten Handwerker. Er schützt den Bauherrn vor den zuweilen energischen Eigeninteressen dieser Handwerker, erklärt ihm aber auch die oft unendlich komplizierte und evtl. unverständliche Welt des Bauens. Oder, um die Frage ganz kurz zu beantworten: Aus dem selben Grund, der ihn veranlasst, bei Zahnschmerzen seine Schritte zum Zahnarzt zu lenken.

Frage 3: Wie würden Sie ihren architektonischen Stil beschreiben?
_ms: Offen für Bauherrenwünsche, Tradition, Himmelsrichtung, Budget, städtebaulichen Kontext, Energieeffizienz, Innovation, na ja, also flexibel.

Frage 4: Welches Buch oder welchen Film habe Sie zuletzt gelesen bzw. gesehen?
_ms: Buch: Frank Schätzing „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“; Film (Kino): „burn after reading“; Film (TV): „sin city“.

Frage 5: Wer sind Ihre Vorbilder und warum?
_ms: Jimi Hendrix, weil er aus dem, was da war, Neues und Eigenes geschaffen hat. Henri Matisse, weil er als alter, schwerkranker Mann noch Scherenschnitte von rührender und weiser Heiterkeit geschaffen hat. Tadao Ando, weil er – als Architekt Autodidakt – die Klarheit des Raumes neu entdeckt hat. Herman Hertzberger, weil er mir (nicht persönlich, sondern durch seine Bauten!!) die Bedeutung der „kleinen“ Architektur gezeigt hat: Durchblicke, Bänke, Sitzstufen, Durchreichen, etc.

Frage 6: Ist der Bauherr König, oder muss ein Bauherr durch einen erfahrenen Architekten zu seinem Glück geführt werden?
_ms: das habe ich schon unter Frage 2 beantwortet.

Frage 7: Welcher Bereich im Architekturstudium hat Sie für Ihr Berufsleben am Besten vorbereitet?
_ms: Gestaltungslehre, und dort vor allem Freihandzeichnen, weil es ist, wie sie’s uns im Studium sagten: der Architekt denkt mit dem Bleistift . Und Baukonstruktion, weil ohne sie Alles nichts ist.

Frage 8: Von Paul Valery stammt der Ausdruck „Architektur ist Stein gewordene Musik“. Was uns zu der Frage bringt, welche Musik Sie zurzeit gerne hören?
_ms: J.S. Bach, Radiohead, the streets, Thelonious Monk, Squarepusher, Sean Paul, the velvet underground, Carlos Montoya, usf.

Frage 9: Welches Gebäude hätten Sie gerne entworfen und warum?
_ms: Das von Le Corbusier geplante Dominikanerkloster Sainte-Marie de La Tourette in Éveux bei Lyon, weil es für mich das beste Gebäude der Welt ist. Die Zartheit, die Vielfalt, der Ernst von Licht und Raum sind beispiellos – und fast alles in Sichtbeton !!

Frage 10: Architektur ist … ?
_ms: … die Kunst, aus komplizierten, flüchtigen Dingen, einfache, beständige Dinge zu machen, die man sogar der Nachwelt hinterlassen kann … jedenfalls ein weites Feld zwischen Ise Schrein und Burj al Arab …

Und zum Schluss Frage 11: Welche Frage würden Sie welcher Person gerne stellen?
_ms: „Sehr verehrter Herr Bach, was haben Sie gedacht, als Sie Ihr Präludium C-Dur, BWV 846, aus „Das Wohltemperierte Klavier“ geschrieben haben?“

Vielen Dank Herr Seiberlich.
Dipl.-Ing. (FH) Matthias Seiberlich

Dipl.-Ing. (FH) Matthias Seiberlich

Dipl.-Ing. (FH) Matthias Seiberlich, Architekt
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