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Europan – Freilichtbühne Spremberg

Freilichtbühne Spremberg
Freilichtbühne Spremberg

Freilichtbühne Spremberg

Architekten (Generalplanung, LPH 1-9)): subsolar architekten (saskia hebert & matthias lohmann),
Erstellungsjahr: 2010
Standort: Spremberg, Bahnhofsstraße*
Auftraggeber: Stadt Spremberg
Statik: Studio C (Nicole Zahner)
Elektro: Ing.-Büro Kaczmarek
Sanitär: Ing-FTG Kampe
Akustik: Moll
Bausumme: 1,3 Mio € (brutto)
Förderung: EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)

Das Projekt „Freilichtbühne Spremberg” ist als EFRE-gefördertes Realisierungsvorhaben aus dem Wettbewerb EUROPAN 9 (2007/2008) hervorgegangen, in dem die Frage gestellt wurde, mit welchen Maßnahmen man die citynah gelegenen öffentlichen Freiräume der Stadt aktivieren könne.
Der Entwurfsansatz für die Überplanung des bereits seit 1954 als Veranstaltungsort genutzten Geländes der Freilichtbühne bestand darin, die Anlage für ganz verschiedene Akteure und sehr unterschiedliche Veranstaltungen nutzbar zu machen: von der Kleinkunstshow (100 Besucher) bis zum Großevent (3.500 Besucher) ist dort nun (fast) alles möglich.
Die günstige Lage in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums (5 Gehminuten bis zum Marktplatz) führt zu einem hohen Bekanntheitsgrad der Anlage in Spremberg und Umgebung. Trotz dieser Nähe zur Innenstadt ist das angrenzende Gelände des Stadtparks vor allem ein landschaftlich geprägter Raum, der als ein frühes Zeugnis bürgerschaftlichen Engagements 1990 als gärtnerisches Ensemble in die Landesdenkmalliste aufgenommen wurde. Für das unmittelbar neben einem Seitenarm der Spree im Tal gelegene Bühnenhaus wird der Höhenzug des Georgenberges zur malerischen Kulisse.
Die hölzerne Überdachung der Bühne umschließt Foyer- und Nebenräume und integriert diese in einem markanten, in die Landschaft eingebetteten Raum- und Klangkörper, der die Veranstaltung rahmt und dem Ort eine einzigartige Atmosphäre verleiht. Dank der großen Klapptore kann der Bühnenraum auch als Halle genutzt werden.
Der nachwachsende Rohstoff Holz wurde hier nicht nur für die tragende Dreigelenk-Leimbinder-Konstruktion verwendet, sondern erscheint auch in unterschiedlichen Formen als Fassadenmaterial. Aussen gewährleistet das kesseldruckimprägnierte Furnierschichtholz Kerto Q der Firma Finnforest Merk nicht nur den Wetterschutz der vertikalen Flächen, sondern kommt auch auf dem Dach als wasserführende Schicht zum Einsatz. Das Detail der riesigen „Dachschindeln“ findet sich in der überlappenden Anordnung der Fassadentafeln wieder: Das Gebäude erscheint im geschlossenen Zustand als monolithischer Körper mit einer hölzernen Haut.
Im Bereich der Fenster- und Türöffnungen entwickelt sich das Motiv der Überlappung zu verschiedenen Mechanismen des Klappens weiter: Nicht nur die Fensterläden lassen sich auf diese Weise aus der Fassade herausfalten, sondern auch die Eingangstüren auf der Nord- und Ostseite des Gebäudes. Auch die großen Hangar-Tore, die das Bühnenhaus zum Gelände hin öffnen, sind mit dem gleichen Material verkleidet.
In Ergänzung zur geschuppten Aussenhaut aus Kerto kommen im Inneren des Gebäudes feinere und präziser verarbeitete Holzwerkstoffe zum Einsatz. Die aus Gründen der Raumakustik gefaltete Bühnenrückwand ist aus Buchen-Mehrschichtplatte; dieses Material wird auch, in B1-Qualität und ungefaltet, als Wandverkleidung für Foyers und Garderoben verwendet.
Auch die großen Klapp-Wandelemente zwischen Foyer und Bühne sind mit diesen Materialien beplankt, wodurch sie im geschlossenen Zustand zu „Tapetentüren“ werden. Der Bühnenboden wurde als Tanzboden aus gehobelten, geölten Douglasien-Dielen hergestellt.
Die Skala der verschiedenen Holzwerkstoffe mit ihren warmen Rot- und Brauntönen wird ergänzt durch die Grüntöne der zusätzlichen Materialen, wie zum Beispiel dem der HPL-Beschichtungen der Türen und der Möbel in den Garderoben und im Kassenbereich, dem des Linoleums in den Nebenräumen und dem des Anstrichs im Flur und im WC-Bereich.
Für das Beleuchtungskonzept, das die für Veranstaltungen notwendige Bühnentechnik nicht beinhaltet, wurden verschiedene Kugelleuchten gewählt. Während die Reispapierlampen in den Foyers unterschiedlich schaltbare „Lichtwolken“ erzeugen, unterstützen die in den Garderoben montierten gläsernen Kellerleuchten deren intime, kajütenhafte Atmosphäre.
Die Aussenanlagengestaltung ist ebenfalls Teil des Projekts. Neben dem neuen Zugang von der Bahnhofsstraße wurde das Gelände um die bestehende Tribünenanlage herum neu terrassiert, entsiegelt und in die Landschaft eingebunden. Der neu entstandene „Händlerbalkon“ bietet bis zu fünf mobilen Verkaufsfahrzeugen Platz, Strom- und Wasseranschlüsse.

subsolar architekten
http://www.subsolar.net
architekten@subsolar.net
030 4199 6316

Im Rahmen des Wettbewerbs ist ein kleiner Comic entstanden:

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