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10 Thesen zur Inflation des Begriffes Architektur

Leipzig, Architekt am Reißbrett

Architektur ist überall. Softwarearchitekten “bauen” Programme. In Deutschland gibt es eine Sicherheitsarchitektur und Politiker sind Architekten der Einheit oder eines Vertrages.
Woran liegt das? Ist es wirklich so erstrebenswert für Informatiker, Politiker und Unternehmer sich mit “Architektur” zu schmücken? Warum wählt man diesen Begriff? Und was sind die Vorteile? Warum passen wir nicht vielmehr auf, dass Architektur wirklich Architektur bleibt?

Im Anschluss zehn Thesen von mir, die zu einer offenen Diskussion über das Thema anregen sollen.

Fünf Thesen warum Architektur Architektur bleiben sollte.

1. Das Wort Architektur kommt vom lateinischen architectura für „Baukunst“ und bezeichnet im weitesten Sinne die Auseinandersetzung des Menschen mit gebautem Raum. Software, Sicherheit oder Verträge sind kein gebauter Raum, also nennt es auch nicht so.

2. In u.a. Deutschland muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen um sich Architekt zu nennen. Ist man nicht in die Landeslisten eingetragen, dann bekommt man Ärger wenn ein Architekturbüro aufmacht. Dann darf ich bitte auch kein Softwarearchitekt sein.

3. Es ist verwirrend, wenn Verschiedenes gleich heißt.

4. Sich mit dem guten Ruf von anderen (den Architekten) zu schmücken ist nicht die feine englische Art.

5. ITler tragen kein Schwarz.

Fünf Thesen warum uns egal/recht sei kann.

1. Die Welt verändert sich und wir sollten mit der Zeit gehen. Begriffe sind im Wandel und Bedeutungen ändern sich. Architektur ist wohl nicht mehr gebauter Raum, sondern die kunstvoll und geschickte Anordnung von Dingen (Sätzen, Vereinbarungen, Code oder eben auch Räumen).

2. Wir sollten uns geehrte fühlen, wenn andere Berufsgruppen auf den guten Ruf von Architekten zurückgreifen.

3. Die Zeiten ändern sich. Schon bald wird es keine Softwarearchitekt mehr geben und Politiker sind vielleicht die Konstrukteure der Einheit oder von Verträgen. Der Architekt wird aber bleiben.

4. Es ist doch nur ein Wort.

5. Auch nicht alle Architekten tragen Schwarz.

In der Glosse im Deutschen Architektenblatt von 10/14, dem Artikel, der mich zu diesem Text inspiriert hat, schreib Roland Stimpel sinngemäß das wir Gropius, Mies von der Rohe und Le Corbusier als Heldes der Architektur betrachten und doch keiner von diesen ein Architekturstudium beendet hat. Zeit zum umdenken?

 

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