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Traumhäuser: Ein Passivhaus mit Tradition

Die Straßenfassade wirkt auf den ersten Blick angepasst traditionell. Bild: BR/Sabine Reeh.
Die Straßenfassade wirkt auf den ersten Blick angepasst traditionell.  Bild: BR/Sabine Reeh.

Die Straßenfassade wirkt auf den ersten Blick angepasst traditionell. Bild: BR/Sabine Reeh.

Bei Traumhäuser des Bayerischen Fernsehen geht es dieses Jahr um den Themenschwerpunkt des ökologischen Bauens. Und am 14.11.2010 im besonderen um „ein Passivhaus mit Tradition„.

Was hat ein Bauernhaus mit winzigen Fenstern, ziegelrotem Satteldach, behäbigem Balkon und traditioneller Holzfassade mit moderner Architektur zu tun? Das scheinbar durch und durch regionaltypische Haus von Doris und Sebastian Wagnerberger in Chieming beantwortet diese Frage erst auf den zweiten Blick. Er offenbart die bewusst gesetzten Stilbrüche, etwa in der Fassadenlattung oder den ungewöhnlichen, großen Öffnungen auf der West- und Südseite. Dass das Haus mit guter Dämmung, Erdwärmepumpe, kontrollierter Lüftungsanlage und selbststeuerndem Sonnenschutz energetisch hervorragend gerüstet ist und sogar Passivhaus-Standard erreicht, erkennt man dagegen auch bei genauem Hinsehen nicht.

Der Innenbereich überrascht mit einem ungewöhnlichen Raumkonzept, das weit entfernt ist von Zirbelstubenromantik und Herrgottseck-Gemütlichkeit: Unterschiedliche Deckenhöhen (teilweise bis zum First), Galerien, offene Raumfolgen, reizvolle Sichtachsen aber auch geschickt versteckter Stauraum und gemütliche Rückzugsbereiche. Und das alles in einer Mischung verschiedener Stilelemente: einerseits rustikale Gedrungenheit und original bäuerliche Möbel, andererseits städtischer Loftcharakter mit modernen Designobjekten. Trotz dieser spannungsreichen Kontraste strapazieren die Räume weder Landhaus- noch Fabrikhallenklischees sondern wirken insgesamt harmonisch und behaglich.

Architekt und Bauherr Sebastian Wagnerberger wollte unbedingt in der Tradition seiner voralpinen Heimat bauen. Allerdings waren seine Frau und er sich einig: „Es darf auf keinen Fall jodeln wie beim Musikantenstadl.“ Das Haus sollte das Lebensgefühl der vierköpfigen Familie spiegeln: heimatverbunden, traditionsbewusst, modern, zeitgemäß, ökologisch und offen für Neues.

Designerlampe und Elchgeweih: Blick von der Galerie. Bild: BR/Sabine Reeh.

Designerlampe und Elchgeweih: Blick von der Galerie. Bild: BR/Sabine Reeh.

„Ich umgebe mich gerne mit Sachen, die eine Seele haben, denen man den atürlichen Alterungsprozess ansieht und die durch das Wohnen oder andere Nutzungen gelebt haben“, sagt Wagnerberger, „ich  mag aber auch edles, modernes Design mit seinen oft glatten Oberflächen. Die geschickte Kombination macht’s.“

Das sagen die Bauherren:

„Wir wollten ein nachhaltiges Haus, das die regionale Bautradition mit einem zeitgemäßen Wohngefühl kombiniert. Ein Heimatverbundenes, modernes Bauernhaus aber keinesfalls ein jodelndes ‚Musikantenstadl‘.“

Die Sendung „Ein Passivhaus mit Tradition“ wird am 14.11.2010 um 15 Uhr im BR Fernsehen ausgestrahlt.

Weitere Sendetermine:
10.10.10: Ein Haus aus zwei Bauten
17.10.10: Ein Energiespar-Bauhaus
24.10.10: Ein Haus auf Pfählen
31.10.10: Ein Haus mit Flachdach
07.11.10: Ein Ökohaus mit Ecken und Kanten
14.11.10: Ein Passivhaus mit Tradition
21.11.10: Ein Haus am Berg
28.11.10: Ein Hofhaus am Nordhang
05.12.10: Ein alter Hof mit neuer Energie
12.12.10: Ein Ökohaus mit Anspruch

Zu der Sendereihe ist das Buch Traumhäuser 3 erschienen. Die Bücher zu den ersten Staffeln Traumhäuser und Neue Traumhäuser können weiterhin bestellt werden.

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Ich bin Architekt und seit 2009 veröffentliche ich archimag.de. Wenn Ihr Wünsche oder Anregungen habt, dann her damit. Ich freue mich über Eurer Feedback.

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