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In einer Minute weg — Der Palast der Republik

Eric Strum hat diese Video von Cityscope.de bei via urbanshit.de/urbanophil.net gefunden. Es dokumentiert den Abriss des Palast der Republik am Berliner Schlossplatz von 2006 bis 2010. Das Video ist eigentlich einen schon genug durch Blogdorf getriebene Sau. Interessant finde ich aber, dass der Abriss, wie so oft, auch Gegner hatte. Und es gibt noch ein paar interessante Details:

Der Abriss des Palast der Republik (Quelle: Wikipedia 11-2010):

Der Abriss des Palastes der Republik verschob sich immer wieder. Am 19. Januar 2006 beschloss der Deutsche Bundestag, Anträgen von Bündnis 90/Die Grünen und der Linkspartei zur Verschiebung des Abrisses bzw. zur Erhaltung des Bauwerks nicht stattzugeben.

Proteste aus dem In- und Ausland gegen den Abriss und für den Erhalt des Palastes blieben ohne Erfolg. Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages behandelte 880 Einwände gegen den Abriss, die allesamt abgelehnt wurden.

Nach Terminen im Frühjahr 2005 und im Oktober 2005 wurde das Gebäude ab dem 6. Februar 2006 mithilfe von fünf Kränen behutsam zurückgebaut. Von einer Sprengung des Gebäudes wurde abgesehen, weil Beschädigungen umliegender Gebäude durch den Auftrieb der Bodenwanne und das dadurch bedingte Absinken des Grundwasserspiegels befürchtet wurden. Stattdessen wurde das abgetragene Material gewogen und sofort das gleiche Gewicht an mit Wasser versetztem Sand in die Bodenwanne geleitet. Die Kellergeschosse des Palastes der Republik blieben vollständig erhalten und sollen bei einer Neubebauung genutzt werden.

Die Abrissarbeiten sollten ursprünglich Mitte 2007 abgeschlossen sein. Im Laufe der Arbeiten wurde an mehreren Stellen zusätzlich asbesthaltiges Material festgestellt. Der Abriss verlangsamte sich dadurch deutlich. Am 2. Dezember 2008 wurde der letzte Gebäudeteil des Palastes abgerissen. Die Zusatzkosten in Höhe von bislang 9,9 Mio. Euro muss der Bund übernehmen. Den Abriss des Gebäudes übernahm die Baufirma Ludwig Freytag.

Nach Abschluss der Abrissarbeiten ist nun das Kellerbecken des Palastes mit 20.000 m³ Sand aufgefüllt. Die Fläche wurde als Zwischenlösung bis zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als ‚Humboldt-Forum‘ begrünt. Dieser wurde 2010 verschoben und soll jetzt im Jahr 2014 beginnen. Auf dem direkt anschließenden Schloßplatz ist seit Oktober 2008 die ‚Temporäre Kunsthalle Berlin‘ öffentlich zugänglich.

Insgesamt wurden 78.000 t Baumaterialien abgetragen. Davon waren:

* 56.600 t Beton
* 19.300 t Stahl und Eisen
* 00 500 t Glas (rund 8.200 m²)
* 00 600 t Ziegel und Holz
* 01.000 t Bitumengemische, Kunststoffe und Dämmstoffe
* 00 200 t besonders überwachungsbedürftige Stoffe, die wegen der Asbestanteile getrennt entsorgt werden mussten.

Der hochwertige schwedische Stahl der Grundkonstruktion wurde gesondert eingeschmolzen. Der neuerschmolzene Stahl wurde für den Bau des Burj Khalifa nach Dubai verkauft, dem bei seiner Fertigstellung im Jahr 2009 höchsten Gebäude der Welt. Des Weiteren wurde der Stahl auch von Volkswagen für den Bau von Motorenblöcken im Golf VI verwendet.

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