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das ist neu: HOAI 2009

HOAI

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Nach langem hin und her wird die sechste Novelle der HOAI wohl doch noch als HOAI 2009 bezeichnet werden können. Am 29. April 2009 wurde die Vorlage vom Bundeskabinett verabschiedet und weitergeleitet.

Die HOAI bleibt erhalten. Im Rahmen der HOAI 2009 werden die seit 1996 unveränderten HOAI-Tafelwerte werden um 10 Prozent erhöht und mit dem Baukostenberechnungsmodell (Basis: Entwurfsplanung) werden die Honoare von den tatsächlichen Baukosten abgekoppelt. Außerdem kann die Honorargrundlage auch durch eine so genannte „Baukostenvereinbarung“ festgelegt werden. Ebenfals positiv ist, dass die verbindlichen Stundensätze für Zeithonorare entfallen. Honorare für Zeitleistungen können somit frei vereinbart werden.

Staatliche Preisvorgaben soll es künftig nur noch für „Planungsleistungen“ geben. Die Honorare für „Beratungs- und Gutachterleistungen“ (bisher: Teil X bis XIII HOAI, Bauphysik, Schallschutz, Raumakustik …) werden frei vereinbar . AUßerdem wird ein Bonus-Malus-Systems als Anreize zum kostengünstigen und qualitätsbewussten Planen und Bauen geschaffen werden. Für Leistungen im Bestand kann ein Umbauzuschlag bis zu 80% vereinbart werden.

Europafest soll die HOAI durch eine Begrenzung des Anwendungsbereichs auf Leistungen von Planungsbüros mit Sitz im Inland gemacht werden.

Hart umkämpft wurde, dass die Leistungspahsen erhalten bleiben und die Honorartafel-Endwerte nicht geändert wurden. Beide Regelungen bleiben genauso wie Regelungen zur Fälligkeit der Schlusszahlung und zum Anspruch auf Abschlagszahlungen.

Ich bin sehr gespannt, das Architekten und Bauherren von der neuen HOAI halten. Ich lade alle ein in der KOmmentarfunktion zu diskussieren.

Pressemitteilung: BMVBS

Tiefensee: Neue Honorarordnung schafft Klarheit für Architekten und Ingenieure
29. April 2009, Nr.: 080/2009
Heute hat das Bundeskabinett die 6. Novelle der Verordnung über die Honorare für Architekten und Ingenieurleistungen (HOAI) verabschiedet. Anlässlich des Kabinettbeschlusses erklärt Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee:

Ich unterstütze ausdrücklich die Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure. Die Anpassung war notwendig und überfällig. Die HOAI musste im Interesse sowohl der Bauherren als auch der Planer praxisorientiert umgestaltet werden. Vor allem mussten Anreize zum kostengünstigen Bauen und zur Baukostenbegrenzung eingebaut werden. Das ist nun gelungen. Wir haben die HOAI vereinfacht, transparenter und flexibler gestaltet. Außerdem haben wir für die Architekten und Ingenieure eine pauschale Anhebung der Honorare um zehn Prozent herausgeholt. Gleichzeitig werden die Endwerte und vollständigen Leistungsbilder beibehalten. Das ist eine gute Nachricht. Ich bin dafür, dass die HOAI in einem weiteren Schritt inhaltlich weiter entwickelt wird. Aus den Anhörungen der Länder, der Kammern und Verbände wissen wir, dass es weitere Punkte für eine Aktualisierung der Leistungsbilder der HOAI gibt. Das müssen wir mit den Architekten und Ingenieuren besprechen.

Das Bundesbauministerium hat sich für die Verbände und Kammern in den Verhandlungen um die Novellierung stark gemacht. Der Prüfauftrag des Bundesrates und die Ziele der Koalitionsvereinbarung wurden damit umgesetzt. Die letzte Novellierung (5. Novelle) der HOAI liegt 14 Jahre zurück.

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Ich bin Architekt und seit 2009 veröffentliche ich archimag.de. Wenn Ihr Wünsche oder Anregungen habt, dann her damit. Ich freue mich über Eurer Feedback.

2 Kommentare

  1. Ha! Ich bin sehr gespannt wie es mit der HOAI weiter geht und was sich nun noch ändert. Wichtig ist die HOAI für die Architekten – es sollten sich auch alle dran halten (beim Anwalt fragt auch keiner nach einem 40% Nachlass mal eben). Einfach nun zu sagen sie ist „vereinfacht, transparenter und flexibler gestaltet“ klingt toll, aber mal abwarten wie es in der Praxis aussieht. Sind nicht noch Leistungsphasen weggefallen und zusammengerutscht? Auf die dicken Kommentarbücher bin ich dann auch wieder sehr gespannt. Ich hadere ja immer mit dem Kauf eines solchen Buches und behelfe mich mit PDF Dokumenten. Spannend bleibt es.

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