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Dipl.-Ing. (FH) Robert Reuter

Dipl.-Ing. (FH) Robert Reuter

Dipl.-Ing. (FH) Robert Reuter

Herr Reuter stellen Sie sich vor der ersten Frage doch kurz selber vor:
_Robert Reuter [rr]: Ursprünglich komme ich aus Rastatt (Baden-Württemberg). Seit 1989 lebe ich in Hückeswagen (NRW). Ich bin verheiratet und habe drei Kinder.

Frage 1: Welches war Ihre erste Anstellung nach dem Studium?
_rr: Meine erste Anstellung bekam ich bei der Firma Ophardt Product GmbH in Issum, einem Seifenspenderfabrikanten.
Meine erste Tätigkeit nach meinem Studium war jedoch die Errichtung einiger Gebäude für den Verein Gefährdetenhilfe Scheideweg http://www.scheideweg.nrw/ in Hückeswagen im Rahmen eines Volontariats.

Frage 2: Warum sollte ein Bauherr auf jeden Fall mit einem Architekten zusammenarbeiten?
_rr: Das weiß ich auch nicht.
Wer zum Beispiel ein wirklich billiges Haus haben will – ich denke dabei an ein einfaches Wohnhaus – ist meistens schlecht beraten, wenn er sich an einen Architekten wendet. Diesen Wunsch können Bauträger meistens besser bedienen.
Wer allerdings eine gute bauliche Lösung für seine Bedürfnisse sucht und der Meinung ist, dass eine solche auch etwas wert ist, der ist mit einem Architekten seines Vertrauens gut beraten. Häufig kann dieser ihn vor unnötigen Ausgaben bewahren.

Frage 3: Wie würden Sie ihren architektonischen Stil beschreiben?
_rr: Ich bin mir eines eigenen architektonischen Stils nicht bewusst. Ich würde mal sagen: Ich habe keinen. Da habe ich mich nie festgelegt. Dekonstruktivismus z.B. finde ich sehr reizvoll, aber das hätte zu meinen bisherigen Bauherren nicht gepasst.

Frage 4: Welches Buch oder welchen Film habe Sie zuletzt gelesen bzw. gesehen?
_rr: Duell vor Sumatra (Patrick o Brian)

Frage 5: Wer sind Ihre Vorbilder und warum?
_rr: Was Architektur betrifft, haben mich z.B. Frank Loyd Wright oder Carlos Scarpa echt beeindruckt, weil sie Entwürfe gemacht haben, die es so zuvor noch nie gab.

Bei Menschen im Allgemeinen beeindruckt mich Dietrich Bonhoeffer sehr, weil er ein Mann war, bei dem Worte und Taten übereinstimmten und der bereit war, für seine Überzeugung sein Leben zu riskieren („Wer das Schwert ergreift, wird durch das Schwert sterben“).

Frage 6: Ist der Bauherr König, oder muss ein Bauherr durch einen erfahrenen Architekten zu seinem Glück geführt werden?
_rr: Der Bauherr ist zahlender Kunde und will bedient werden!
Meine Aufgabe ist es, ihn zu bedienen. Dafür bekomme ich Geld.
Damit ist die Rollenverteilung schon ziemlich klar:
Der Architekt ist der Diener des Bauherrn. Seine Aufgabe ist es, dem Bauherren zu dem zu verhelfen, was er haben möchte. Tut er das nicht, wird sich der Bauherr ärgern und sich an einen anderen wenden. Schön ist es, wenn der Bauherr dem Architekten Freiraum gibt, Architektur nach seinem Geschmack zu gestalten. Gut ist es, wenn der Architekt sich mit seinem eigenen Geschmack zurückhalten kann, wenn er merkt, dass er sich mit dem seines Bauherrn nicht deckt. Gut ist es, wenn der Architekt kränkungsfrei auf verworfene Vorschläge reagieren kann, ohne sie als persönliche Niederlage betrachten zu müssen. Oftmals sind die eigenen Ideen des Bauherrn nicht schlecht. Der Bauherr wird sich auf jeden Fall mit dem, was er baut, verwirklichen. Das wird zu ihm passen und dadurch definiert er sich. Jeder ist seines Glückes Schmied!

Frage 7: Welcher Bereich im Architekturstudium hat Sie für Ihr Berufsleben am Besten vorbereitet?
_rr: Die beiden Praxissemester im Büro Schmidt-Kasimir in Karlsruhe mit dem Projekt Justizvollzugsanstalt Heimsheim.

Frage 8: Von Paul Valery stammt der Ausdruck „Architektur ist Stein gewordene Musik“. Was uns zu der Frage bringt, welche Musik Sie zurzeit gerne hören?
_rr: Das hängt von meiner Stimmung ab. Meine beiden ältesten Kinder (17 und 15) pflegen unser Wohnzimmer mit einem Stilmix aus drei Jahrzehnten zu beschallen.
Da läuft dann z.B: Bob Marley, Nirvana, Greenday, die Toten Hosen oder As I ly dying und jede Menge andere Gruppen, die ich nicht kenne. Manche Sachen finde ich gut, andere nervig. Disco war nie mein Fall. Mare Nostrum – das ist eher jazzig und instrumental – finde ich ganz gut, von den Klassikern mag ich z. B. Edvard Grieg.
Eine Bemerkung am Rande: Es fallt mir auf, dass der Generationskonflikt, den ich noch mit meinem Vater erlebt habe und der sich oft an der Musik entzündete oder durch sie definiert hat, heute nicht mehr da ist.

Frage 9: Welches Gebäude hätten Sie gerne entworfen und warum?
_rr: Das Taj Mahal. Es steht einfach da und strahlt das aus, was hineingelegt worden ist: Schönheit, Ästhetik, Liebe zu Detail.
Warum? Weil ich das auch gerne können möchte. Da bin ich mir aber nicht so sicher.

Frage 10: Architektur ist … ?
_rr: …Ausdruck des Herzens und der Gesinnung.

Und zum Schluss Frage 11: Welche Frage würden Sie welcher Person gerne stellen?
_rr: An Sebastian Lauff: Woran liegt es, dass besonders die deutsche zeitgenössische Architektur so gut wie keine Ornamente und Schmuckformen mehr hat?

Vielen Dank Herr Reuter, die Frage werde ich in den nächsten Tagen als Artikel beantworten. Naja zumindest versuche ich es.

Dipl.-Ing. (FH) Robert Reuter, Architekt
Straßweg 5 c
42499 Hückeswagen
0160-7829630
reuter-architekt@t-online.de

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