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Dipl.-Ing. Univ. Thomas Saxer

Dipl.-Ing. Thomas Saxer

Dipl.-Ing. Thomas Saxer

Herr Saxer stellen sie sich vor der ersten Frage doch kurz selber vor:
_Thomas Saxer [ts]: Gerne! Ich wurde 1965 in Kufstein geboren und kam dann mit 8 Jahren nach Deutschland. Das Studium versuchte ich in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren, um schnell ins Berufsleben zu starten. 1992 begann ich als angestellter Architekt und 1998 wagte ich dann den Schritt in die Selbständigkeit, die ich bis heute ausübe.

Frage 1: Welches war Ihre erste Anstellung nach dem Studium?
_ts: Bei Wörle und Partner in München, wo ich sofort an sehr großen, sehr interessanten und auch sehr fordernden Bauvorhaben mitarbeiten konnte (Löhrs Carré in Leipzig und Microsoft Unterschleißheim, um nur zwei zu nennen).

Frage 2: Warum sollte ein Bauherr auf jeden Fall mit einem Architekten zusammenarbeiten?
_ts: Diese Frage stellt sich eigentlich nur beim privaten Bauen. Der Architekt ist der einzige am Bau Beteiligte, der die zumeist widersprüchlichen und immer sehr individuellen Wünsche des Bauwilligen in eine auch baubare Phase überleitet. Er plant, hilft bei der Auswahl der Unternehmer, kontrolliert die Ausführung ist meist auch nach Bezug noch ein wichtiger Ansprechpartner. Diese Funktionen nimmt sonst niemand wahr, zumindest nicht auf neutraler Ebene. Gerade der private Bauherr, der nicht mit einer Armada von Rechtsanwälten sein Bauvorhaben beginnt, benötigt einen vertrauenswürdigen Ansprechpartner bei seinem Vorhaben, der ihn mit Rücksicht auf seine (= des Bauherrn!) Interessen ans Ziel führt.
Diese Aufgabe hat der Architekt inne.

Frage 3: Wie würden Sie ihren architektonischen Stil beschreiben?
_ts: Klar, modern, geradlinig. Aber immer im Konsens mit dem Auftraggeber. Es geht um die Verwirklichung der Wünsche des Kunden, nicht um die Glorifizierung meiner Arbeit.

Frage 4: Welches Buch oder welchen Film habe Sie zuletzt gelesen bzw. gesehen?
_ts: Gelesen: „Mein Amerika: Erinnerungen an eine ganz normale Kindheit“ von Bill Bryson
Gesehen: „Sie steht einfach nicht auf dich“

Frage 5: Wer sind Ihre Vorbilder und warum?
_ts: In beruflicher Hinsicht habe ich keine Vorbilder im eigentlichen Sinn. Ich plane und baue so, wie es im Dialog mit dem Bauherren entsteht. Sicher gibt es Dinge, die einem am Werk einer Kollegin/eines Kollegen gefallen, letztendlich dupliziert man aber nicht etwas schon Gebautes, sondern erschafft ja etwas Eigenständiges.
In moralischer Hinsicht ist mir jeder Vorbild, der Rückgrat zeigt.

Frage 6: Ist der Bauherr König, oder muss ein Bauherr durch einen erfahrenen Architekten zu seinem Glück geführt werden?
_ts: Beides. „Wer zahlt, schafft an!“ heißt es so schön.
Es geht beim Bauen – wie bereits gesagt – um die Erfüllung der Bauherrenwünsche. Doch die Wünsche des Königs muss ein Architekt mit seinem Wissen und Können so lenken und leiten, dass der Auftraggeber zufrieden ist und man sich selbst nicht dabei verbiegen muss.
Darüber hinaus gibt es auch eine Umwelt (Natur und Mensch), auf die das Gebaute einwirkt. Diese soll so wenig wie möglich mit den Auswirkungen des Bauvorhabens belastet werden.

Frage 7: Welcher Bereich im Architekturstudium hat Sie für Ihr Berufsleben am Besten vorbereitet?
_ts: Betrachtet man die Hochschule, dann gar keiner. Lediglich die studiumsbegleitenden Arbeitstätigkeiten in Architekturbüros vermittelten einen wirklichen Eindruck von der Arbeitswelt.

Frage 8: Von Paul Valery stammt der Ausdruck „Architektur ist Stein gewordene Musik“. Was uns zu der Frage bringt, welche Musik Sie zurzeit gerne hören?
_ts: Musikalisch bin ich nicht eingefahren. Ich höre und mag sehr viel unterschiedliche Gattungen. Die letzte CD, die ich gekauft habe, war „Simply Red 25 The greatest hits“. Und live würde ich sehr gerne Bruce Willis mit seiner Band hören, da sie nicht kommerziell auftreten und es keine Tonträger zu kaufen gibt.

Frage 9: Welches Gebäude hätten Sie gerne entworfen und warum?
_ts: Mein eigenes Wohnhaus, weil das wahrscheinlich der schwierigste Prozess überhaupt ist (König = Architekt).

Frage 10: Architektur ist … ?
_ts: … die Formung von (Lebens-)Raum (also etwas Imaginärem) mit (Bau-)Material (also etwas Greifbarem) mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen.

Und zum Schluss Frage 11: Welche Frage würden Sie welcher Person gerne stellen?
_ts: Meine ehemaligen Prüfungsprofessoren, warum man einen Diplomarbeitsentwurf, der nicht „visionär“  sondern „nur“ machbar ist, erst mit 6,0 bewertet und anschließend mit 4,0 (damit der Diplomand nicht durchfällt!). Was hat das mit dem wirklichen Leben zu tun?

Vielen Dank Herr Saxer.
Dipl.-Ing. Univ. Thomas Saxer, Architekt
Rotwandstraße 3
81539 München
089-74949122
http://www.ap-saxer.com
mail@ap-saxer.com

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