11 Fragen an...
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Dipl.-Ing. (FH) Tim Driedger

Dipl.-Ing. (FH) Tim Driedger

Heute also das zweite Interview in der Reihe 11 Fragen an… . Ich freue mich, dass Herr Driedger von in_design, einem Büro mit über 15 Jahren Berufserfahrung in Frankfurt/Main, die Zeit gefunden hat den Fragebogen auszufüllen. An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass alle Interessierten gerne auch die 11 Fragen beantworten können. Einfach eine Mail an spl@archimag.de senden.

Herr Driedger stellen sie sich vor der ersten Frage doch kurz selber vor:
_Tim Driedger [td]: Gerne. Ich bin Vater der zwei tollsten Kinder der Welt, verheiratet und wohne und arbeite in Frankfurt am Main. Für Sport und Hobbies habe ich -wie es sich als Angehöriger unserer Zunft gehört- natürlich offiziell keine Zeit. ;-) Abgesehen davon fahre ich dann doch ganz gerne Rennrad und bin bekennender Cineast. Und zur Klischeepflege trage ich eine Brille mit dunklem Rand und fahre einen alten Saab. Ja, … natürlich schwarz.

Frage 1: Welches war Ihre erste Anstellung nach dem Studium?
_td: Um einen Vorteil gegenüber den „tausenden“ anderen Absolventen zu haben, hatte ich bereits während des Studiums zahlreichen „feste“ Nebenbeschäftigungen – zwei Jahre Wettbewerbe im namhaften Büro, davor zwei Jahre „Reihenhaussiedlungen“ im kleinen Büro (mit allen Leistungsphasen, aber eben auch mit allen anderen Facetten der Aufgabenstellungen), davor verschiedene Bauleitungsjobs, Arbeit bei Baufirman … „Beton schnuppern“ eben. NACH dem Diplom bin ich dann erst mal in der Projektsteuerung gelandet und habe, sozusagen „aus dem ICE heraus“, fünf Jahre lang sehr interessante Bürobauten in ganz Deutschland betreut.

Frage 2: Warum sollte ein Bauherr auf jeden Fall mit einem Architekten zusammenarbeiten?
_td: Private Bauherren, weil sie in der Regel nur einmal im Leben bauen. Es gibt also keine zweite Chance, um dann (geläutert) doch mit dem unabhängigen Fachmann nachhaltig und gestalterisch wertvoll zu bauen. Alle anderen sollten eigentlich aus der Erfahung heraus schon wissen, dass es richtig ist. Aber vermutlich werden wir immer dagegen kämpfen müssen, dass in Deutschland „beim Fussball und beim Bauen“ jeder ein Experte ist …

Frage 3: Wie würden Sie ihren architektonischen Stil beschreiben?
_td: Die beste Lösung für die einmalige Situation. Der ‚Stil‘ ergibt also meines Erachtens aus dem Grundstück, dem Bauherren und der Aufgabe.

Frage 4: Welches Buch oder welchen Film habe Sie zuletzt gelesen bzw. gesehen?
_td: Das letzte fachfremde Buch, das ich gelesen habe, war ein Roman von Haruki Murakami … ‚Kafka am Strand‘, glaube ich. Seine Bücher haben sehr inspirierende Sichten von „Parallelwelten“.

Frage 5: Wer sind Ihre Vorbilder und warum?
_td: Für den Weitblick Buckminster Fuller, für die Entschlossenheit Daniel Libeskind, Peter Zumthor wegen seiner Konsequenz, wegen Ihres Intellekts Tori Amos, für die Fähigkeit zur Selbstdarstellung Norman Foster, für die Fähigkeit zur Selbstironie Woody Allen und schließlich für die Gabe, alles in Frage zu stellen: meine Kinder.

Frage 6: Ist der Bauherr König, oder muss ein Bauherr durch einen erfahrenen Architekten zu seinem Glück geführt werden?
_td: Der Bauherr ist König und erhält daher die bestmögliche Führung durch uns als Fachleute – unter anderem für Gestaltung – die ihm das letztlich beste Ergebnis liefert. Ohne einen Bauherren mit dem festen Willen, am Ende eines Planungs- und Bauprozeßes gute Architektur zu erhalten, läuft´s aber nicht.

Frage 7: Welcher Bereich im Architekturstudium hat Sie für Ihr Berufsleben am Besten vorbereitet?
_td: Das gnadenlose Feedback und harte Kritik der Professorinnen, Professoren und aller Anderen zur Meinungsäußerung bewogenen … `klingt etwas pathetisch – aber heute hauen mich auch extreme Bauherrenreaktionen, Handwerker-Drohgebärden und sogar Rechtsanwalts-Formulierungen nicht mehr um.

Frage 8: Von Paul Valery stammt der Ausdruck „Architektur ist Stein gewordene Musik“. Was uns zu der Frage bringt, welche Musik Sie
zurzeit gerne hören?

_td: Regina Spector, Beastie Boys, Alfred Brendel und viele mehr … aber nacheinander, also nicht auf einmal – wir müssen uns also eben keine Sorgen machen, dass ich wildes Jahrmarktgedudel in Stein gießen wollte.

Frage 9: Welches Gebäude hätten Sie gerne entworfen und warum?
_td: Die Freiheitsstatue in New York – es muss toll sein, wenn ein Bauwerk so vielen Menschen über eine so lange Zeit so viel bedeutet. (und der Aufstieg im Innenraum ist geradezu poetisch).

Frage 10: Architektur ist … ?
_td: … einfach und kompliziert.

Und zum Schluss Frage 11: Welche Frage würden Sie welcher Person gerne stellen?
_td: Mies van der Rohe würde ich beispielsweise gerne fragen, wie er es mit seiner ‚Work-Life-Balance‘ gehalten hat. Ich wäre sehr gespannt auf seine Reaktion.

Vielen Dank Herr Driedger.
Dipl.-Ing. (FH) Tim Driedger

Dipl.-Ing. (FH) Tim Driedger

Dipl.-Ing. (FH) Tim Driedger, Architekt
Gutzkowstraße 35
60594 Frankfurt am Main
Telefon +49(0)69 6605 7977
http://www.detail360.de/architekt/in-design-architektur-innenarchitektur-concept-design-pfid_2384510.htm

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