11 Fragen an...
Schreibe einen Kommentar

Dipl.-Ing. Anke Lefeber

Dipl.-Ing. Anke Lefeber

Die Artikelserie „11 Fragen an…“ startet heute mit einer jungen Architektin die 2002 ihren Abschluss im Fachgebiet Architektur an der Technischen Hochschule zu Aachen (RWTH) gemacht hat. Frau Lefeber hat mit mir – dem Autor – zusammen studiert, so lag es nahe, sie zu bitten den ersten Fragebogen auszufüllen. Starten wir also direkt:

Anke stelle dich vor der ersten Frage doch kurz selber vor:
_Anke Lefeber [al]: Für den Studiengang Architektur und damit für diesen Beruf habe ich mich aus Leidenschaft entschieden. Leidenschaft an der Gestaltung von Lebensräumen. Architektur sollte aus meiner Sicht immer zweckmäßig für die gestellte Aufgabe sein, darf aber natürlich den Aspekt des Designs und der Nachhaltigkeit nicht außer acht lassen.

Frage 1: Welches war Ihre erste Anstellung nach dem Studium?
_al: Als erstes habe ich für Nett Architekten in Sinzig als freie Mitarbeiterin gearbeitet. Ich habe mir nach dem Studium bewusst ein kleines Büro ausgesucht, um das ganze Specktrum des Berufes kennen zu lernen.

Frage 2: Warum sollte ein Bauherr auf jeden Fall mit einem Architekten zusammenarbeiten?
_al: Niemand kommt auf die Idee sich selber am Blinddarm zu operieren. Nun ja, das Studium bildet nicht nur in der Gestaltung aus, sondern eben auch in der Zweckmäßigkeit. Optimierte Grundrisse sollten nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aus ökologischen Gründen ein Muss sein. Abgesehen davon hat der Bauherr natürlich so auch die maximale Sicherheit bei der Planung, das der Architekt die Verantwortung trägt.

Frage 3: Wie würden Sie ihren architektonischen Stil beschreiben?
_al: Optimiert und Reduziert. Nachhaltig und Ökologisch. Eine Stilrichtung kann ich eigentlich nicht benennen. Der Bauherr sollte nämlich sich immer mit seinem Objekt identifizieren können.

Frage 4: Welches Buch oder welchen Film habe Sie zuletzt gelesen bzw. gesehen?
_al: Also mein letztes Fachbuch war ein Bildband über Gaudi. In meiner Freizeit lese ich gerne Historienromane, wobei natürlich „die Säulen der Erde“ das ungekrönte Meisterwerk ist.

Frage 5: Wer sind Ihre Vorbilder und warum?
_al: Ein richtiges Vorbild habe ich nicht. Natürlich orientiere ich mich auch an den großen unserer Zeit wie GMP oder Foster. Aber man sollte sich auch nicht zu sehr an Vorbilder hängen, um nicht seine eigene Identität zu verlieren.

Frage 6: Ist der Bauherr König, oder muss ein Bauherr durch einen erfahrenen Architekten zu seinem Glück geführt werden?
_al: Das ist wirklich eine schwere Frage. Natürlich sollte der Bauherr nie in die Situation kommen, furchtbar viel Geld auszugeben, für ein Objekt, mit dem er sich nicht identifiziert. Also muss man sich erst mal mit den Wünschen und Vorstellungen des Bauherrn auseinander setzen. Man sollte aber natürlich im Rahmen der Möglichkeiten, den Bauherrn auf interessante Alternativen aufmerksam machen. Dies sollte immer die Aufgabe des
Architekten sein, da er über einen viel größeren Erfahrungsschatz verfügt und gestalterische Mittel natürlich anders beherrscht.

Frage 7: Welcher Bereich im Architekturstudium hat Sie für Ihr Berufsleben am Besten vorbereitet?
_al: Es gab an der RWTH Aachen ein Montag Abend Gespräch, wo jeden Montag ein großer Architekt eingeladen wurde, um sich, seine Philosophie und seine Projekte vorzustellen. Das waren wohl die Momente, die am nächsten mit der Realität zu tun hatten.

Frage 8: Von Paul Valery stammt der Ausdruck „Architektur ist Stein gewordene Musik“. Was uns zu der Frage bringt, welche Musik Sie zurzeit gerne hören?
_al: (Lach) Nun ja, das kann ich so genau nicht sagen. Das kommt ganz auf die Stimmung an. Jazz eignet sich ganz gut zum entwerfen, Klassik eher zum entspannen. Hip Hop höre ich beim Auto fahren. Also da bin ich ganz flexibel.

Frage 9: Welches Gebäude hätten Sie gerne entworfen und warum?
_al: Den Reichstag. Ich glaube das Deutschland genug gut Architekten hat, um für unsere Nation ein so wichtiges Gebäude zu entwickeln. Ich will Foster seine Leistung nicht absprechen, ich glaube aber das die Deutschen sich mit Ihrem Regierungsgebäude besser identifizieren könnten, wäre es ein deutscher Entwurf.

Frage 10: Architektur ist … ?
_al: …die Mutter aller Künste. Erst war die Höhle, dann die Höhlenmalerei.

Und zum Schluss Frage 11: Welche Frage würden Sie welcher Person gerne stellen?
_al: Zaha Hadid würde ich gerne mal fragen, wer ihr Statiker ist. Alle Statiker denen ich bisher begegnen durfte, haben mir doch immer viel härtere Grenzen aufgezeigt, als das bei Frau Hadid der Fall zu sein scheint.

Vielen Dank Anke.
Kontaktdaten:
Dipl.-Ing. Anke Lefeber

Dipl.-Ing. Anke Lefeber

Dipl.-Ing. Anke Lefeber, Architektin
Orrer Weg 72
50767 Köln
Telefon 0221-2223270
http://www.lefeber-architekten.de
anke.lefeber@lauff.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.